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Anatomie der
russischen Elite
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Olga Kryschtanowskaja, Direktorin
des Moskauer Instituts für angewandte Politik
und Leiterin der Abteilung Eliteforschung am
Institut für Soziologie der russischen
Akademie der Wissenschaften, hat sich mit den
politischen und gesellschaftlichen
Verhältnissen im Zeitraum der Ära
Breschnew bis zur Ära Putin in
langjähriger Forschungsarbeit auseinander
gesetzt und präsentiert den "Körperbau"
der russischen Elite, indem sie fünf
Regierungsperioden "seziert": den Regierungszustand
zum Ende der Breschnew-Ära, die Regierung
Michail Gorbatschows, die beiden Amtsperioden Boris
Jelzins, sowie die erste Amtsperiode Wladimir
Putins.
Nach der erläuternden Einführung zum
Begriff Elite werden in klarer, verständlicher
Art Tatbestände aufgenommen, analysiert und
ausgewertet. Mit Schaubildern und Zahlen unterlegt,
zeichnet sich das Bild der Veränderung der
sozialistischen Sowjetunion mit ihrer strikten
Nomenklatura in Richtung Liberalisierung ab.
Erkennbar wird dabei, dass in Russland nicht erst
während des Regimes der Kommunistischen
Partei, sondern auch unter der Zarenherrschaft die
Entwicklung einer starken Klasse von
Eigentümern unmöglich gewesen ist.
Die Untersuchungen zur politischen Elite Russlands
und zur Entwicklung einer Wirtschaftselite, der
Business-Elite, die letztendlich zur
Jahrtausendwende in den Oligarchien endete,
spiegeln spannend ein Stück Zeitgeschichte
wieder und verdeutlichen die letztendliche
Konsequenz, dass der bürokratische Staat der
Einflussnahme und damit der Bedrohung durch die
Klasse der Privateigentümer Einhalt gebieten
musste. Fazit Olga Kryschtanowskajas: "In den 15
Jahren der Reformen hat Russland zwei Schritte
vorwärts zu Demokratie und Marktwirtschaft
getan, und nun einen Schritt zurück."
Die "Anatomie der russischen Elite" ist bestens als
solide Basis für eine konstruktiv-kritische
Beobachtung der weiteren Entwicklung dieses "global
players" geeignet. Derlei Unterfangen wird durch
ein umfangreiches Personenregister gefördert,
welches angereichert mit Lebensdaten der jeweiligen
Angeführten das Buch abrundet.
Das Buch ist im Verlag Kiepenheuer &
Witsch erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
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Anatomie der russischen Elite
von Olga Kryschtanowskaja
Gebundene Ausgabe,
288 Seiten, Kiepenheuer & Witsch

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Die russische Ausgabe von FORBES
veröffentlichte am 22. April 2005 zum zweiten
Mal nach 2004 eine Übersicht der 100 reichsten
Russen.
30 russische Milliardäre finden sich in der
aktuellen Liste von FORBES RUSSIA, sechs weniger
als im Jahr zuvor. Das Gesamtvermögen der "100
reichsten Russen" ist allerdings um vier Milliarden
US-Dollar gestiegen und den Angaben zufolge 141
Milliarden US-Dollar.
Der reichste Russe der Liste 2005 ist Roman
Abramovich mit einem Gesamtvermögen von 14,7
Milliarden US-Dollar. Michael Khodorkovsky, die
Nummer 1 des Jahres 2004 mit einem Vermögen
von 15,2 Milliarden US-Dollar verfügte steht
jetzt an Nummer 21.
Die Nummer 100 ist Nikolai Bortsov mit 280
Millionen US-Dollar.
In der Liste finden sich auch 18 staatliche
Repräsentanten: sieben Senatoren, sechs
Abgeordnete der Duma, zwei aus Regionalparlamenten,
zwei Präsidenten und einen Gouverneur. Das
Durchschnittsalter der 100 reichsten Russen liegt
bei 44 Jahren. Der jüngste reiche Russe,
Andrei Melnichenko (1,6 Milliarden US-Dollar), ist
gerade 33 Jahre alt geworden ist.
Elena Baturina, Ehefrau des Moskauer
Bürgermeisters Juri Luschkov, war bereits im
Jahr 2004 die einzige Frau auf der Liste. Sie ist
im Vergleich zum Vorjahr (1,1 Milliarden US-Dollar)
um 300 Millionen US-Dollar reicher geworden.
(PR)
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