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 Fjodor Michailowitsch
 Dostojewskij  (1821-1881)

Am 30. Oktober 1821 russischer Zeitrechnung (11. November westlichen Datums) wurde Fjodor Michailowitsch Dostojewskij als zweiter Sohn eines Militärarztes aus verarmten Adelsverhältnissen in Moskau geboren. Obwohl sein Vater Mediziner war, erkannte er die Epilepsiekrankheit, die sich bei Fjodor Dostojewskij bereits im Kindesalter zeigte, nicht.

Nach dem Tod der Mutter im Jahr 1837 begannen die Brüder Michail und Fjodor Dostojewskij in Sankt Petersburg eine Ausbildung an der militärischen Ingenieurschule, welche Fjodor Dostojewskij keineswegs zusagte. Er widmete sich bereits während seines Studiums der Literatur und setzte sich mit klassischen und zeitgenössischen Werken auseinander.

1839 wurde der Vater von Leibeigenen seines Landgutes ermordet.

Dem Studienabschluss im Jahr 1843 folgten die Ernennung Fjodor Dostojewskijs zum Offizier und die Beschäftigung im militärischen Ingenieurdienst. Im Jahr darauf nahm der 23jährige seinen Abschied, um als freier Schriftsteller zu leben. Dies bedeutet, dass er bis an die Grenzen seiner physischen Belastbarkeit schreiben musste, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können.

Seinem ersten Roman "Arme Leute", der 1846 erschien, war großer Erfolg beschieden.

1847 trieben die in Russland herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse Fjodor Dostojewskij in den Kreis des Michail Petraschewski, der soziale Reformen und die soziale Revolution forderte. Im April 1849 wurden die Mitglieder dieses Kreises wegen staatsfeindlicher Aktivitäten verhaftet. Im Dezember desselben Jahres folgte der Prozess, der in der Aberkennung bisheriger Rechte, einem Schein-Todesurteil für Fjodor Dostojewskij und in seiner Verurteilung zu vier Jahren Zwangsarbeit in Omsk in Sibirien gipfelte. Dort wurde die Erkrankung Fjodor Dostojewskijs erstmals diagnostiziert und registriert.

Nach der Zwangsarbeit unter erbärmlichsten Umständen leistete Fjodor Dostojewskij Dienst als "gemeiner" Soldat in Semipalatinsk, wo er 1857 Maria Issajewa heiratete.

1859 kehrte er, wegen seiner Aufzeichnungen zu den Haftbedingungen und einiger patriotischer Verse rehabilitiert, sowie wegen seiner gesundheitlichen Störungen aus dem Armeedienst entlassen, nach Sankt Petersburg zurück.

Neben zahlreichen anderen Schriften erschienen zwischen 1860 und 1862 die "Aufzeichnungen aus einem Totenhaus", in welchen Fjodor Dostojewskij seine Eindrücke während der schweren Zeit in Sibirien verarbeitet hat.

Gemeinsam mit seinem Bruder nahm er 1861 die Herausgabe der Zeitschrift "Vremja", "Die Zeit", in Angriff, welche ein positives Echo erfuhr und den Brüdern eine relativ sichere Existenzgrundlage bot. Mitarbeiterin dieser Zeitschrift war Appolinarija Suslowa, zu welcher Fjodor Dostojewskij eine besondere Beziehung pflegte.

Bedingt durch die wirtschaftlich günstigen Verhältnisse unternahm Fjodor Dostojewskij mit 41 Jahren seine erste Auslandsreise, die ihn neben Paris, London, Genf und Florenz auch nach Baden-Baden führte, wo er den Reiz des Glücksspiels entdeckte. Seine Reiseeindrücke wurden in "Vremja" publiziert.

Dostojewskij Büste

Am Dostojewskij-Haus in der Bäderstraße 2 erinnert eine Büste und eine Gedenktafel an den großen Autor, der Weltliteratur geschaffen hat.


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Dostojewskij


"Vremja" wurde wegen des Januaraufstandes der Polen gegen die russische Herrschaft im Jahr 1863 verboten.

Fjodor Dostojewskij begab sich, teilweise in Begleitung Apollinarija Suslowas, auf seine zweite Auslandsreise und verfiel in den deutschen Spielcasinos, auch dem Baden-Badens, der Spielleidenschaft. Nach seiner Rückkehr nach Russland gründete er wiederum mit seinem Bruder eine neue Zeitschrift "Épocha", Epoche, die jedoch an den Erfolg von "Vremja" nicht anknüpfen konnte.

Das Jahr 1864 war geprägt von Schicksalsschlägen. Im April starb seine Frau, im Juli sein Bruder. Fjodor Dostojewskij übernahm nicht nur die finanziellen Verpflichtungen seines Bruders, sondern auch die Verantwortung für seinen Stiefsohn aus der ersten Ehe Maria Issajewas, was zur völligen finanziellen Überlastung führte und die Einstellung der erst wenige Monate alten Zeitschrift "Épocha" zur Folge hatte.

Im Juli 1865 floh Fjodor Dostojewskij vor seinen Gläubigern und versuchte, in Wiesbaden nicht nur beim Glücksspiel seine desolaten Geldverhältnisse zu verbessern, sondern auch Apollinarija Suslowa zur Frau zu gewinnen. Beide Versuche scheiterten gründlich. Fjodor Dostojewskij kehrte zum Jahresende nach Russland zurück.

Im Jahr 1866 wurde nicht nur sein Roman "Schuld und Sühne" in der Monatszeitschrift "Russkij Vestnik" als Fortsetzungsreihe abgedruckt, Fjodor Dostojewskij diktierte seiner späteren zweiten Ehefrau Anna Snitkina auch den Roman "Der Spieler". Sein produktives künstlerisches Schaffen änderte allerdings nichts an seiner aussichtslosen finanziellen Situation. Der Hochzeit mit der 20jährigen Anna Snitkina im Februar 1867 folgte ein weiteres Mal die Flucht vor Gläubigern und ein längerer Aufenthalt in
Baden-Baden. Fjodor Dostojewskijs Spielbank-Besuche endeten in einem Fiasko. Darüber hinaus überwarf sich der vom sozialistischen Nihilisten zum christlichen Panslawisten gewandelte Dichter mit seinem Kollegen Iwan Turgenjew.

Die nächste Station der Flucht, die Schweiz, stand im August 1867 an. Drei Jahre Auslandaufenthalt waren nicht nur geprägt von Fjodor Dostojewskijs Spielsucht und Schreibbesessenheit, sondern von Geburt und Tod der ersten Tochter in Genf und der Geburt der zweiten Tochter in Dresden. Fjodor Dostojewskij, der sich endgültig vom Glücksspiel losgesagt hatte, kehrte mit seiner Familie 1871 nach Sankt Petersburg zurück.

Schreiben, Vorträge, Lesungen und das politische Engagement in Sachen Zusammenführung der slawischen Völker bestimmten die darauf folgenden Jahre. Dank der haushälterischen Fähigkeiten seiner Frau waren extreme finanzielle Notlagen nicht mehr zu beklagen.

Sein letztes großes Werk, "Die Brüder Karamasow", entstand zwischen 1878 und 1880.

Am 28. Januar, beziehungsweise 9. Februar, 1881 starb Fjodor Dostojewskij in Sankt Petersburg. Während der drei Tage später abgehaltenen Trauerfeier nahmen mehrere Zehntausende Abschied von ihrem großen Dichter.

Nicht nur Literaten, wie beispielsweise
Leonid Tsypkin, beschäftigen sich mit Fjodor Dostojewskijs Zeit in Baden-Baden, sondern auch bildende Künstler widmen sich diesem Thema. Wladislaw Mamyschew-Monroe setzt sich in einer Ausstellung der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden mit Fjodor Dostojewskijs Aufenthalt in der Kurstadt auseinander.

Von Rika Wettstein, Baden-Baden


Seit September 2004 ist eine drei Meter hohe Bronzestatue des russischen Dichters auf dem "Platz der Badischen Revolution" im Rotenbachtal, nahe der Caracalla-Therme, zu bestaunen. Geschaffen wurde sie vom Moskauer Künstler Leonid Baranov und gestiftet von der Moskauer Zenit-Bank. Dem bildenden Künstler ist es ein Anliegen, mit dieser Statue an die Aufenthalte des schreibenden Künstlers in der Kurstadt erinnern. Der Beauftragte der Stifter-Bank unterstrich bei der feierlichen Enthüllung der Statue im Dezember 2004 die "hervorragende Kooperation" mit der Stadt und lobte den Baden-Badener Gemeinderat und die Oberbürgermeisterin, die alle Fragen im Zusammenhang mit der Statue "schnell und unbürokratisch" gelöst hätten. (Badisches Tagblatt, 6.12.2004)


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