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Wer
wäre nicht gerne Polina, Natalja, Olga oder
Katja, von denen erzählt wird, dass sie
irgendwo in Deutschland an einem mit einem
blütenweißen Tuch bedeckten Tisch von
edlem Porzellan gebratene Auberginen, gekochte Eier
mit Sprotten, Piroggen mit Karpfen, Pelmeni mit
Pilzen, Honigtorte, "Marengor"-Torte und andere
Köstlichkeiten verzehren und aus
hauchzartesten Tassen Tee verlockendsten Aromas
genießen, während der Samowar
gedämpft zischt.
Sie alle stammen aus Russland und schwelgen wie
Ludmilla Suchich in leiblichen Genüssen und
Erinnerungen. Ludmilla Suchich belässt es
jedoch nicht beim persönlichen
Hochgefühl. Sie bietet in ihrer mit
Unterstützung von Barbara Boudon schriftlich
festgehaltenen Genussreise die Möglichkeit zum
ausgiebigen Schwelgen - in Wissenswertem zur
Russischen Küche, zu Kwas, Wodka und Kaviar,
zu Abenden mit Freunden, zu Teestunden im Winter
und Traditionellem in der Osterzeit, zu russischem
Lebensgefühl schlechthin. Weiter kann
geschwelgt werden in einer Fülle fantastischer
Bilder über Land und Leute.
Ein Hochgenuss fürs Auge sind die von Michael
Pannewitz arrangierten Gerichte, die von Michael
Boyny aufs Beste abgelichtet sind. Um diesen
Augenschmaus zum Gaumenglück werden zu lassen,
sind rund einhundert Rezepte vom Fladenbrot
über Borschtsch und Blinis bis hin zu
Osterkuchen und Pas-ha, der unverzichtbaren
Osterquarkspeise, ausgearbeitet.
Eine Übersicht der Rezepte befindet sich,
eingeteilt in Kategorien, am Ende des Buches. Zuvor
wird auf Zutaten und Produkte eingegangen.
Getränken, vom Kwas bis zum Wein, wird
Aufmerksamkeit gewidmet. Eine alphabetisch
geordnete kulinarische Kurzreise von Armenien bis
Weißrussland informiert über
Besonderheiten. Adressen von Bezugsquellen und eine
Literaturliste runden das Angebot ab.
Und wer sich nicht wie Polina, Natalja, Olga und
Katja an einem festlich gedeckten Tisch
verwöhnen lassen kann, den mag dieses
außergewöhnliche Kochbuch zum
Selbstfertigen anregen oder gar zu einer
Genussreise vor Ort, in Russland auf den Spuren
Ludmilla Suchichs und der russischen Esskultur,
verleiten.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
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